Kunst findet nicht im Saale statt

BunkerdorfBunkerdorf DER MYTHOS DER ELEMENTE
von Ines Kohl

Eigentlich erzählt Uwe Schloen immer ganze Geschichten, elementare, erinnerungssüchtige, unwahrscheinlich wahrscheinliche Geschichten von der Vereinzelung des Menschen, von seiner Vereinsamung in einer gleichgeschalteten Gesellschaft und von der Ernüchterung romantischer Träume. Mit diesen fertigen Geschichten geht er dann bevorzugt in die Natur, auf freies Land, auf das Wasser oder konfrontiert die Menschen in ihren Stadtlandschaften ganz offensiv mit seinen unerhörten Szenarien, in denen sich die Absurdität des Daseins verdichtet.

Seiner künstlerischen Phantasie ist jedes Mittel recht. Holz, Wachs, Stroh, Steine, Federn, Pech, Kunststoffe und Metalle sind die Materialien, mit denen er seine Vorstellungen transportiert, die abstoßend und anziehend zugleich Gestalt finden. Auf alle Fälle lassen sie keinen unberührt, sie machen betroffen, auf welche Weise auch immer, denn sie erzählen eindringlich vom Verlust grundlegender Bedingungen der menschlichen Existenz, vom Verlust der Kulturen.

BunkerdorfDamit begibt sich Uwe Schloen auf Distanz zum Unterhaltungsbetrieb des nach Besucherzahlen schielenden Museums, das zum Erlebnispark verkommt, in dem die Kunst selbst ihren Ereignischarakter zunehmend verliert. Schloen zielt mit der Wahl der spezifischen, sehr subtil gewählten Materialien auf das visuelle Erfassen als Voraussetzung eines unmittelbar emotionalen Erlebnisses; damit trifft er einen empfindsamen Punkt in der ethischen Haltung des Betrachters. Und das wiederum ist es, was seine Arbeiten so überzeugend macht.

Das Bunkerdorf ist sehr konkret und, entgegen seiner abweisenden Erscheinung, äußerst sinnlich. Holz, Blei, Kupfer wurden zum Bau verwendet, jeder der vier Bunker beherbergt eines der vier Elemente. Der chemische Grundstoff Blei, in der Alchemie mit Saturn identifiziert, dessen Natur als kalt und feucht galt, wird vor allem zur Abschirmung radioaktiver Strahlung verwendet, das leitfähige Kupfer entspricht der warmen, weiblichen, Licht und Leben fördernden Venus. Die vier verwaschen-grauen Gebäude variieren in ihrer Architektur, sie sind den Himmelsrichtungen zugeordnet und stehen folglich so zueinander, daß ein Innenhof mit quadratischem Grundriß entsteht. Es sind an archaische Bauweise angelehnte Bauten um einen Lagerplatz herum, den sie gleichzeitig abschotten, so wie die von außen mit Blei beschlagenen Bunker bereits kleine Bollwerke sind. Der Betrachter muß sich ihnen nähern, muß sie betreten, um ihr Inneres zu ergründen.

News


Schloen Infos

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Petra Fiebig + Uwe Schloen: Gemeinschaftsausstellung "Blei und Bleistift" im Till-Richter-Museum Buddenhagen
Installation in der Jakobikirche Hamburg

4.9. -8.9. 2017

workshop in Zusammenarbeit mit Carola Gottschalk

Kunstverein Göttingen
Workshop zum Thema "Fremd" an der Montessori-Schule / Hort der Montessori-Vereinigung Nürnberger Land e.V. in Lauf bei Nürnberg.
Link: http://hort.monte-blog.de/blog/
6.8. bis 15.9. 2017
Galerie am Stall, Hude
Neue Bleiarbeiten Galerie am Stall, Am Ebenesch 4, 27798 Hude
20.6. -4.7.2017
Workshop mit estnischen Künstlern
im Kunsthaus am Schüberg, Ammersbek bei HH

Weitere Informationen dazu unter diesem Link:

Kunsthaus am Schüberg Kunsthaus am Schüberg, Ammersbek bei HH
18.5. bis "Ende offen"

Strassen, Luxembourg (Skulpturen) Luxembourg
19.4. - 7.5. 2017

Noorus Gallery, Tartu, Estland (Juri Wedro) Tartu, Estland

Ausstellung mit S.Wywiorski in Krakau (Pl)

Krakau, Polen

Endveranstaltung "Dixi-Vitrine"

Dixi Show in der Galerie KDKunst, Wallhöfen und Pavel Schmidt(CH) in der Dixi-Vitrine

Galerie KDKunst, Wallhöfen